Amerikanische Siedlung Plittersdorf: VEBOWAG will bauen und setzt dafür Kindergarten vor die Tür

Eine Anfrage des BBB in der letzten Bezirksvertretung ergab, dass der städtischen Wohnbaugesellschaft VEBOWAG die zahlreichen Eingriffe in das Baudenkmal „Amerikanische Siedlung Plittersdorf immer noch nicht reichen. Sie plant, den Bereich der HiCoG-Siedlung nördlich der Kennedyallee zu verdichten. Nach der Konzeptstudie eines Kölner Architekten, die dem Oberbürgermeister bereits seit März 2013 vorliegt, sollen sieben Wohnblöcke in die Grünflächen zwischen Europastraße und Steubenring sowie entlang des Kolumbusrings gezwängt werden. Bereits 2010 hatte die VEBOWAG ein ähnliches Konzept mit nur 5 Wohnblöcken vorgelegt, das seinerzeit abgelehnt worden war. Die VEBOWAG hat jetzt beantragt, das örtliche Baurecht so zu ändern, dass sie ihre Pläne verwirklichen kann.

Dazu sagt BBB-Stadtverordneter Marcel Schmitt: "Durch die Planung würden Teile der Parkanla-gen vernichtet, die Wohn- und Lebensqualität der heutigen Bewohner der Amerikanischen Siedlung eingeschränkt und der Denkmalschutz drastisch missachtet."

Die BBB-Fraktion spricht sich daher gegen diese Pläne der VEBOWAG aus und wird einem Beschlussvorschlag des Oberbürgermeisters für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der sicher erst kurz nach der anstehenden Kommunalwahl den städtischen Gremien vorgelegt werden wird, nicht zustimmen.

Von den Plänen der VEBOWAG ist auch der Bereich, auf dem sich heute der internationale Kindergarten befindet, betroffen. Bereits vor geraumer Zeit hatte die stadteigene Wohnbaugesellschaft der Montessori International Daycare and Preschool, die den Betrieb der ehemaligen amerikanischen Einrichtung seit 1999 - auch auf ausdrücklichen Wunsch der damaligen OB Dieckmann - nahtlos fortführte, gekündigt. Zum Jahresende muss das Kindergartengebäude nun geräumt sein. Ob die 50 Kinder der Einrichtung dann in einem anderen Haus unter bewährter Leitung weiter betreut werden können, steht noch nicht fest.

Schmitt: „Angesichts der nun bekannt gewordenen Baupläne der VEBOWAG scheint die Kündigung des Kindergartens eine abgekartete Sache gewesen zu sein. Offenbar wollte die VEBOWAG das Baufeld freiräumen, um anstelle der Kita gewinnbringend Luxuswohnungen errichten zu können. Wir fordern die vom Rat in den Aufsichtsrat der VEBOWAG entsandten Vertreter auf, dafür zu sorgen, dass die Kündigung des Kindergartens zurückgenommen wird. Sollte dies nicht möglich sein, ist die Kita zumindest solange in den Räumlichkeiten zu belassen, bis sie einen adäquaten Ersatz gefunden hat."

Der BBB erwartet vom Oberbürgermeister, dass er sich der Sache persönlich annimmt und dafür Sorge trägt, dass der Montessori-Kindergarten weiter bestehen kann. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Finger (B90/Die Grünen) fordert der BBB den mehr als bedenklichen Kurs der VEBOWAG zu korrigieren.

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