Lebensmittelversorgung im Alter

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BBB vermisst Informationen für ältere Menschen

Die Supermärkte, die in den 60/70er Jahren für das Sterben der „Tante Emma Lädchen“ sorgten, stehen heute wegen zu geringer Verkaufs- und Parkplatzflächen selbst vor dem Aus. Auch in Bonner Wohnvierteln geben zunehmend Betreiber solcher Märkte ihre Läden auf, weil deren Betrieb im Vergleich zu heutigen Handelsmärkten mit zumeist über 1000qm-VK-Fläche nicht mehr wirtschaftlich möglich ist. Was wie ein Treppenwitz der Geschichte anmutet, bringt aber auf den zweiten Blick für viele ältere Bonner große Nachteile mit sich. Die zumeist in den Randlagen der Orte anzutreffenden Großsupermärkte und Discounter sind zwar verkehrsgünstig mit dem PKW, nicht aber für mobilitätseingeschränkte oder gar an die Wohnung gebundene Menschen, erreichbar. Gerade für ältere Bonnerinnen und Bonner wird es so zunehmend schwieriger, den täglichen Bedarf an frischen Lebensmitteln, Obst oder Gemüse im eigenen Stadtviertel zu decken, insbesondere wenn sie kein eigenes Auto haben.

Die sozialpolitische Sprecherin der BBB-Fraktion, Stadtverordnete Barbara Ingenkamp, hat sich des Themas auf Grund von Hinweisen aus der Bevölkerung angenommen und hat herausgefunden, dass es verschiedene Hilfsangebote gibt, die aber nicht gleichermaßen für alle geeignet oder schlichtweg zu teuer sind.

So bietet das Haus der Bonner Altenhilfe Seniorenbegleitdienste an, im Rahmen derer ehrenamtliche Begleiter ältere Menschen bei Freizeit- und Kulturangeboten, Cafébesuchen, Spaziergängen usw. begleiten und unterstützen. Bedauerlicherweise dürfen diese Helfer aber keine haushaltsnahen Dienstleistungen erbringen.

BBB-Stadtverordnete Barbara Ingenkamp: „Es ist für mich unverständlich, dass bei der Bonner Altenhilfe tätige Ehrenamtliche, - auch wenn sie einverstanden sind - keine Begleitdienste beim Einkaufen erbringen dürfen. Das geht auch anders. Die Johanniter Bonn bieten beispielsweise ehrenamtliche Einkaufshilfe an.“

„Fast alle Pflegedienste bieten darüber hinaus haushaltsnahe Dienstleistungen an. Erhält man Grundsicherung im Alter, können die Kosten über das Sozialamt abgerechnet werden. Ab Pflegestufe I werden die Kosten über die Pflegekasse abgerechnet und vergütet. Alle anderen zahlen je nach Pflegedienst zwischen 25 - 30 € pro Stunde. Empfehlenswert sind auch die vielen Älteren nicht bekannten Angebote des Bonner Studierendenwerks“, so Ingenkamp weiter.

Dass Bestell- und Lieferdienste per Telefon durch die großen Supermärkte immer öfter angeboten werden, wird von der BBB-Fraktion im Zusammenhang mit der Versorgung älterer Menschen, die möglichst lange in ihren angestammten Wohnungen leben wollen, sehr begrüßt.

Interessierten Bonnerinnen und Bonnern vermittelt die BBB-Geschäftsstelle gerne den Kontakt zu Frau Ingenkamp.

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