Bürgerdienste der Bundesstadt Bonn - BBB erinnert OB Sridharan und Stadtdirektor Fuchs an Zusagen

Zum Zeitpunkt der Eröffnung des Dienstleistungszentrums am 18. Mai 2015 waren im Bereich der Bürgerbedienung 100 Mitarbeiter tätig und 16 Stellen unbesetzt. Stadtdirektor Wolfgang Fuchs (CDU) kündigte seinerzeit durch die Zentralisierung eine Einsparung von insgesamt 26 Stellen inklusive der nicht besetzten Stellen an, womit eigentlich am Ende ein Personalbestand von rund 90 Mitarbeitern ausreichen sollte.

 

Um die eigene Zusage (DS 1611199), zum Wartemarkensystem zurückzukehren, wenn die ergriffenen Maßnahmen nicht bis zum 31.10.2016 greifen, zu umgehen, haben OB und Stadtdirektor seinerzeit in die Trickkiste gegriffen. Wie BBB-Nachfragen (DS 1611863) ergaben, ist dies augenscheinlich nur mit massivem Personaleinsatz geglückt, nämlich mit 136 Mitarbeitern (Stand 31.08.2016) statt ursprünglicher Reduzierung auf 90 Mitarbeiter. Für die Rettung des Projektes, für dessen Scheitern der Stadtdirektor einst folgenlos ankündigte, versagt zu haben und seinen Hut nehmen zu wollen, sind nach Berechnung des BBB damit monatlich rund 190.000 Euro mehr Personalkosten verursacht worden. Zwischenzeitlich ist die Zahl der Mitarbeiter zwar wieder auf 126 gesunken, aber damit scheinbar auch die alten Probleme zurückgekehrt.

 

Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmitt: „Aus den ursprünglich versprochenen Einsparungen durch die Zentralisierung der Bürgerdienste ist seit nunmehr drei Jahren jeweils ein jährlicher Schaden in Millionenhöhe erwachsen. Anstatt die Probleme weiter mit mehr zusätzlichen Personal, Samstagsarbeit und einhergehend hohen Kosten lösen zu wollen, sollte OB Sridharan sein Versprechen aus April 2016, zum alten Wartemarkensystem und zur dezentralen Bürgerbedienung zurückzukehren zu wollen, falls sich die Zustände beim Bürgerservice nicht spürbar verbessert sollten, endlich einlösen. Bei Rückkehr zum alten System und ursprünglich 116 Stellen könnte jährlich rund eine halbe Million Euro eingespart werden.“

 

Die BBB-Fraktion verwundert es angesichts der katastrophalen Missstände im Dienstleistungszentrum nicht, dass der OB die in seiner Mitteilung (DS 1613415) für Anfang 2018 angekündigte Evaluation des Jahres 2017 immer noch nicht vorgelegt hat. Dass die strukturell bestehende Misere durch den Einsatz von Leihpersonal der Sparkasse KölnBonn verbessert werden kann, bezweifelt man beim BBB ebenso wie die Chance, dauerhaft Mitarbeiter über diesen Weg zu gewinnen.

 

„Sparkassenmitarbeiter können Sparkasse, aber davon, wie man Pässe ausstellt oder Ummeldungen bearbeitet, nicht. Da dies auch keine Tätigkeiten für ungelernte Hilfsarbeiter sind, wird eine längere Schulungsphase von Nöten sein, um die Quereinsteiger für den Einsatz im Dienstleistungszentrum zu qualifizieren. Die Zeit und die Kosten, die dabei anfallen, werden kaum in einem vernünftigen Verhältnis zum begrenzten Zeitraum der Leiharbeit pro Spaka-Mitarbeiter stehen. Mit Blick auf den erheblichen Gehaltsunterschied zwischen dem, was die Beschäftigten bei der Spaka bekommen und was die Stadt ihren Mitarbeitern in den Bürgerdiensten zahlt, ist nicht davon auszugehen, dass viele von der Sparkasse zur Stadt wechseln werden“, so Schmitt weiter.

 

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