Turmbau „Aire“ in der Rheinaue - BBB begrüßt ablehnende Haltung des Architektenbundes

 Der Bund Deutscher Architekten (BDA) hat in einer heute veröffentlichten Stellungnahme* die Pläne des Unternehmers Horst Burbulla, am Rhein einen gläsernen Aussichtssturm mit einer Höhe von 220 Metern zu bauen, regelrecht verrissen. Die Einschätzung des Vorhabens teilt die BBB-Ratsfraktion vollumfänglich. Sie hatte bereits am 13. Juni 2019 im Stadtrat beantragt**, das beiderseits der Charles-de-Gaulle-Straße gelegene Areal als auch den Rest der Rheinaue von Turmbauten freizuhalten. Statt darüber zu entscheiden, vertagten OB Sridharan und Ratsmehrheit den Beschlussvorschlag bis heute bereits sechsmal.

BBB-Fraktionschef Marcel Schmitt:“ Von der Absicht, am Rande der Rheinaue einen kitschig aussehenden Turm für Veranstaltungen errichten und die Bonner Bürgerschaft dafür 12 Millionen Euro zahlen zu lassen, halten wir rein gar nichts. Abgesehen davon, dass die Stadt Bonn angesichts ihrer desolaten Haushaltslage ohnehin keine Mittel zu verschenken hat, sollte die Rheinaue aus Gründen des Natur- und Denkmalschutzes von Hochhausbauten gleich welcher Art freigehalten werden. Die landschaftliche Schönheit des links- und rechtsrheinischen Rheinufers darf nicht beeinträchtigt werden. Wenn sich Herr Burbulla unbedingt ein Denkmal mit einem Turm im Stile eines Kronleuchters setzen will, ist er auf der Arabischen Halbinsel sicher besser aufgehoben. Dort hat man für derlei Bauprojekte bekanntlich mehr Sinn und vom Ölverkauf auch das nötige Kleingeld übrig.“

Dass die Bonner Bürger trotz der mit beträchtlichen Aufwand geführten Werbekampagne von der geplanten Zirkusarchitektur wohl auch nicht restlos überzeugt sind, zeigt der Umstand, dass in sechs Monaten „nur“ 5000 Unterschriften für das Projekt gesammelt werden konnten. Bei den Bürgerbegehren zum Viktoriakarree oder dem Zentralbad kamen jeweils innerhalb von drei Monaten über 10.000 Stimmen zusammen. Die Chancen, dass sich der „Turmbau zu Burbulla“ bei seiner Realisierung eines Tages für den Betreiber, die Stadt und die Bonner Wirtschaft auszahlen könnte, schätzt man beim BBB gering ein.

Schmitt:“ Dass der die Skyline Bonns eher verschandelnde als verschönernde Spektakelturm bei seiner etwaigen Umsetzung dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden und er auf Jahre hinaus einen positiven Effekt auf die hiesige Wirtschaft haben kann, bezweifeln wir. Genügend geeignete Räume, um klassische Musik aufzuführen, haben wir bereits.“  

* Vgl. Anlage Stellungnahme BDA: http://www.bda-bonn.de/2020/04/veranstaltungsturm-aire-stellungnahme-des-bda-bonn-rhein-sieg/ 

** Vgl. Anlage Drucksache BoRis: 1911871: http://intranet2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/19/1911871.pdf

                                              Allris: 190027:  https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=77&refresh=false

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