Einkaufzentrum auf dem Lubig-Gelände in Lannesdorf: BBB lehnt verdichtete Investorenplanung als rücksichtslos ab

Die “Lubig Real Estate GmbH & Co KG” beabsichtigt, auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Lubig an der Deutschherrenstraße ein Einkaufzentrum mit einer Verkaufsfläche von 3.300 qm und zusätzlich 150 Wohnungen zu errichten. Rund ein Drittel davon sollen Sozialwohnungen werden. Da die Pläne der Fa. Lubig für den Bau eines Marktcenters mit einem Vollsortimenter (2.500qm), zusätzlichem Drogeriemarkt (800qm) und Geschosswohnbauten nach dem bestehenden Baurecht nicht zulässig sind, will Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan (CDU) es zum wirtschaftlichen Vorteil des Investors kurzerhand ändern.  CDU, SPD, FDP und Grüne unterstützen das Vorhaben des Investors und haben in der Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg am 25.August 2020 gegen die Stimmen des BBB beschlossen, das Planverfahren zur Änderung des Ortsrechtes einzuleiten.

BBB-Fraktionschef Marcel Schmitt sagt dazu: "Wir begrüßen zwar eine Verbesserung der Nahversorgung vor Ort, aber das Marktcenter ist uns zu großflächig geplant. Ein Einkaufzentrum dieser Größe kann nicht von Lannesdorf allein leben. Es muss auch Kunden aus weiter entfernten Ortsteilen anziehen, die mit dem Kfz anfahren. Der Investor selbst rechnet ca. 2.500 Kraftfahrzeugen pro Tag. Mit ihnen wird die Verkehrsbelastung in der Deutschherrenstraße auf 8.000 und der Paracelsusstraße auf 2700 Fahrten/Tag ansteigen. Damit wird die Lebensqualität der Anwohner im Ortskern deutlich einschränkt. Für das Einkaufszentrum sind nur 140 Stellplätze und für die 150 Wohnungen nur 60 Stellplätze vorgesehen. Das ist in unseren Augen viel zu wenig. Und es ist davon auszugehen, dass dadurch der Kampf um die Parkplätze im öffentlichen Verkehrsraum durch die neuen Bewohner und die auswärtigen Kunden noch härter wird. Das Vorhaben wird die Fläche vollständig versiegeln und so an sommerlichen Tagen mit austauscharmer Wetterlage die bestehende Hitzebelastung im Ortskern noch verschlimmern. Die geplanten Mietskasernen mit bis zu 5 Etagen und 150 Wohnungen auf dichtestem Raum fügen sich zudem nicht in die Umgebung ein. Wir lehnen das einseitig auf den Profit des Investors ausgelegte Vorhaben in seiner jetzigen Form als rücksichtslos ab.“

 

Bezüglich der Pläne von 150 Wohneinheiten rund 50 als Sozialwohnungen zu bauen, weist der BBB daraufhin, dass es in Lannesdorf und im Pennenfeld bereits heute genügend Sozialwohnungen in konzentrierter Form gibt, die eine extra Sozialbetreuung über ein Quartiersmanagement erfordern, das den Steuerzahler jährlich mehr als 100.000 Euro kostet.

 

Schmitt:“ Der Anteil der Empfänger von Sozialleistungen in beiden Ortsteilen liegt derzeit bei rund 20% und damit weit über dem Bonner Durchschnitt von 12,5 %. Zur Vermeidung von Ghettobildung und für eine bessere Durchmischung sollten nach meiner Auffassung neue Sozialwohnungen daher stattdessen in weniger belasteten Bereichen entstehen. Im Stadtbezirk Beuel liegt die Sozialleistungsquote z.B. bei nur 8,6%.“

 

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