BBB: Kauf teurer Applegeräte fragwürdig

Nachdem bereits im Juli 8.000 Tablets der Firma Apple für 4,64 Mio. EUR verbunden mit einem kostenträchtigen Rund um die Uhr-Service (Betriebskosten 860.800 EUR/Jahr; Vgl. DS 201279) für bedürftige Schüler angeschafft wurden, will die Stadt jetzt zu ihren bereits vorhandenen 9.400 Schüler-iPads weitere 3.870 mobile Endgeräte des Premiumherstellers für 1,82 Mio. EUR kaufen. Diesmal soll die hiesige Lehrerschaft mit den Produkten des kalifornischen Steueroptimierers beglückt werden.

Grundsätzlich befürwortet die BBB-Fraktion zwar die Förderung digitalen Lernens in den Schulen, hatte aber am 1.September 2020 im Stadtrat aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus (mit Geräten anderer Hersteller hätten mehr Kinder versorgt werden können) gegen die Anschaffung der Appleprodukte gestimmt. Warum jetzt erneut die hochpreisigen Apple-Geräte angeschafft werden müssen, erschließt sich dem BBB auch weiterhin nicht. Die Begründung des Oberbürgermeisters in seiner Dringlichkeitsentscheidung, nur Tablets dieses Herstellers seien mit der Schulinfrastrukur kompatibel, zieht für die BBB-Fraktion nicht, weil der Oberbürgermeister in der vorliegenden Dringlichkeitsentscheidung selbst angibt, dass „perspektivisch auch der Einsatz anderer mobiler Endgeräte möglich sein kann“.

Dazu sagt BBB-Stadtverordneter Johannes Schott: „Warum die deutlich günstigeren Geräte der Wettbewerber von Apple (Samsung, Microsoft, Lenovo, Huawei etc.pp.) nicht die gleiche Funktionalität und Qualität haben sollten, wie die des Herstellers aus dem Silicon Valley hat sich uns beim letzten Mal schon nicht erschlossen. Zu dem horrenden Preis der Luxusgeräte hätte man sicher weitaus mehr als 8.000 gute Geräte der Mitbewerber den Bonner Schülern zur Verfügung stellen können. Das wäre sozialer gewesen. Dass jetzt von der überteuerten Marke mit 3.870 sogar rund 230 Tablets mehr angeschafft werden sollen, als für Lehrkräfte tatsächlich benötigt werden, weil es angeblich Unschärfen in der Schulstatistik über die Anzahl der in Bonn tätigen Lehrer gibt, und dazu auch noch durch Bereitstellung und technischen Support der Geräte für rund 10 Monate mit über 330.000 Euro zusätzlich den städtischen Haushalt belasten werden zeigt: Die Stadt Bonn gibt das Steuergeld seiner Bürger und des Landes weiter bedenkenlos mit vollen Händen aus. Alles wie gehabt!"

Der BBB-Fraktion ist es zudem unverständlich, warum die Anschaffung nicht bereits in der letzten regulären Stadtratssitzung im Zusammenhang mit den Schüler-iPads thematisiert wurde. Der Beschluss hätte aufgrund seines Volumens auch in den zuständigen Gremien beraten werden müssen.

Schott: „Bezeichnenderweise wird es nun per Dringlichkeit durchgeboxt, obwohl die Coronakrise bereits seit Monaten besteht. Die Fachverwaltung erscheint konzeptions- und kopflos."

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