Bauvorhaben Friesdorfer Straße in Bad Godesberg - BBB: Vorhaben fügt sich baulich und sozial nicht ein

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Der Deutsche Mieterbund und Haus & Grund Bonn beabsichtigen den Bau von 2- bis 4-Zimmerwohnungen auf dem Gelände der Michaelschule. Sie beschreiben Ihr 63 Wohneinheiten umfassendes Vorhaben, welches auf genossenschaftlicher Basis geförderten Wohnraum schaffen soll, als ein Angebot für „… die Helden des Alltags …“. Gemeint sind damit Erzieher und Pfleger. Zu hören war dazu auch, dass man in Gesprächen mit der Stadt sei, künftige Genossenschafts-Teilhaber selbst aussuchen zu dürfen.  Das wirft die Frage auf, ob künftige Teileigner gleichzeitig förderungsberechtigte Bürger sein müssen oder dies auch Kapitalanleger sein können. Wäre das Vorhaben auch Anlegern zugänglich, würde das bisher angeblich so mildtätige Gemeinschaftsprojekt in einen ganz anderen Licht erscheinen.

Dazu fragt sich BBB-Bezirksverordnete Jutta Acar: „Soll vom Hauseigentümer- und Mieterverein unter dem Deckmäntelchen, eines angeblich noch zu installierenden Gemeinnützigen Unternehmens ein städtisches Grundstück zu günstigen Konditionen akquiriert werden, das nach Bebauung ganz oder teilweise auf dem Kapitalmarkt angeboten wird?  Wie soll eine Gleichbehandlung aller förderungsberechtigten Wohnungssuchenden im Projekt sichergestellt werden? Wenn es zu einem Erbbauvertrag oder gar einer Veräußerung des Grundstücks kommen soll, muss vorher Klarheit über diese und weitere Aspekte herrschen.“

Weil sich das Bauvorhaben auf Grund seiner Ausmaße und der im Vergleich zur Umgebungsbebauung zu massiv projektierten Menge an Wohnnutzung im Innenbereich nicht in bejahender Weise in die Nachbarschaft einfügt, hat die BBB-Fraktion in der Bezirksvertretung Bad Godesberg beantragt, keine Baugenehmigung zu erteilen (Drucksache 202226-01). Zudem vertritt man beim BBB die Auffassung, die geplante Erstellung von 63 Einheiten geförderten Wohnraums stehe insbesondere dem Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger aus der Nachbarschaft nach einer Durchmischung des Wohngebietes entgegen. 

Jutta Acar: „Mit dem Projekt ist der dringend nötigen sozialen Durchmischung des Bezirks nicht gedient; im Gegenteil: Kleinwohnungen bringen Mieterfluktuation mit sich, sie schaffen keine Bindung in das Lebensumfeld und die Nachbarschaft. Gerade dies ist aber hier besonders nötig.“

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