Die BBB-Faktion begrüßt zwar den an der Sache orientierten Entschluss der Bezirksvertretung Bonn (BVBO), keine Arbeiten an der Adenauerallee zulassen zu wollen, die auf die anstehende Beschlussfassung über die endgültige Querschnittsaufteilung der Straße Einfluss haben könnten. Am Ende wird das aber auch nichts nutzen, weil in der Ratskoalition die Würfel längst für eine Fahrradspur je Richtung auf der B9 gefallen sind.

Mit welchem Anspruch von der linksgrünen Ratsmehrheit erwartet wird, dass ihre einseitig motivierte Verkehrspolitik umgesetzt werden soll, offenbarte Rolf Beu (Bündnis90/Die Grünen) überdies bei seiner Tirade gegen den genannten Beschluss, die künftige Lage des Bordsteins der Adenauerallee und damit die Entscheidung über die Fahrbahn- und Gehwegbreiten offen zu halten. Mehr als deutlich brachte Beu in der letzten Sitzung der BVBO zum Ausdruck, dass bei den Grünen die vorgeschriebene Interessenabwägung aller Verkehrsteilnehmer keinen interessiert, Hauptsache die Radfahrer bekommen möglichst billig eine eigene Spur, egal ob sie diese benötigen oder nicht.

Dazu sagt BBB-Stadtverordneter Johannes Schott: „Ich befürchte, dass sowohl die Initiative aus der Bezirksvertretung Bonn als auch unser Antrag (DS 240948) mit dem wir in der kommenden Ratssitzung die Vorlage eines schriftlichen Evaluationsberichtes zum Verkehrsversuch erreichen wollen, von der Ratsmehrheit aus Grünen, SPD und Linken niedergestimmt werden und bereits jetzt bei Oberbürgermeisterin und Linksgrün feststeht, dass der Fahrradschutzstreifen nach Sanierung der Adenauerallee dort aufgemalt wird, egal zu welchem Ergebnis der Verkehrsversuch gekommen ist“.

Dazu passt, dass die Verwaltung die vom BBB seit 2 Monaten im Verkehrsausschuss gestellte Anfrage zu einer etwaigen Pflicht, einschlägige technische Regelwerke im städtischen Straßenbau auf der Adenauerallee beachten zu müssen, nicht beantwortet hat.

Johannes Schott: „In der zuletzt im Verkehrsausschuss erneut geführten Auseinandersetzung um die angeblich `zwingende´ Reduzierung der Adenauerallee auf 2 Fahrbahnen für den Individualverkehr zugunsten eines Fahrradschutzstreifens scheint OB Dörners Stadtbaurat Helmut Wiesner nach wie vor mehr politisch motiviert, denn rechtlich fundiert zu agieren. Andernfalls hätte er unsere Anfrage, in der wir diese Behauptungen mit entsprechender Rechtsprechung widerlegt haben, doch längst beantworten können. Den durchsichtigen Versuch Wiesners, die Sache im Fachausschuss weiter auszusitzen, wollten wir uns nicht länger ansehen und werden die OB nun im Rat selbst befragen (DS 240614-02).“