Auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Katja Dörner (B90/Die Grünen) hat die Bezirksvertretung Bad Godesberg (BVGO) mit den Stimmen von CDU, Grünen, SPD, FDP und Linken vergangenen Mittwoch beschlossen, eine rund 1.600 m² große Teilfläche (s. Übersicht Anlage) aus dem Friesdorfer Freibad herauszulösen und für die Errichtung eines viergruppigen Kindergartens umzunutzen (Vgl. Anlage). Zuvor war der Antrag der BBB-Fraktion, die Vorlage mit der Maßgabe zu vertagen, die „Freibad-Freunde-Friesdorf e.V.“ zur nächsten Sitzung einzuladen, um sie zu den Plänen anzuhören, ebenso gescheitert wie der Antrag des Bürgerbundes, die Vorlage der OB abzulehnen und das Freibad nicht zu zerteilen.
Dass das Friesdorfer Freibad eine Kompensation für den wegfallenden Grundstücksteil erhalten soll, war zwar unstrittig. Das wie und wann aber schon. Grüne, SPD, FDP und Linke beschlossen, dass zunächst zur Kompensation nur die ca. 500-600 m² fassende und für den Neubau der Mensa der Servatiusschule vorgesehene Fläche neben dem Schwimmbad heranzuziehen ist. Ist die Mensa errichtet, soll die Verwaltung prüfen, ob die Ausgleichsfläche in das nördlich des Schwimmbades gelegene Grabeland verlagert werden kann. Wo die Ausgleichsfläche am Ende liegen soll und wie groß sie sein wird, ist somit völlig unklar.
In der vor dem Beschluss spätabends geführten Debatte hatte der BBB mehrfach betont, dass der vollständige Erhalt der Grünflächen für die Attraktivität des Bades wichtig sei. Das sahen CDU, Grüne, SPD, FDP und Linke nicht so. Der aus Friesdorf stammende Stadtverordnete Alfred Giersberg erklärte für seine CDU-Fraktion sogar, die heute bestehende Liegefläche für das Bad sei ohnehin viel zu groß und würde gar nicht gebraucht.
Der BBB-Fraktionsvorsitzende Marcel Schmitt sagt dazu: „Wir lehnen den Entscheid der Bezirksvertretung ab, weil zu befürchten steht, dass die beschlossene Zerteilung das bisher schöne Erscheinungsbild des Schwimmbades beeinträchtigen und seine Funktion negativ beeinflussen wird. Nicht nur in den sommerlichen Hitzetagen mit hoher Publikumsfrequenz war das jetzt zur Abteilung beschlossen Areal als zusätzliche Liegefläche wichtig. Auf dem herausgelösten Grundstücksteil war bislang Freizeitsport wie z.B. Fuß- oder Volleyball möglich, ohne die anderen Gäste zu stören. Wir befürchten, dass ein echter Ausgleich für die wegfallende Fläche nie geschaffen wird. Das dafür zunächst vorgesehene Areal ist mit nur einem Drittel der Größe der jetzt zur Teilung bestimmten Fläche viel zu klein und daran, dass nach dem durch Bautätigkeit bedingten Wegfall dieser Parzelle in ferner Zukunft im Grabeland überhaupt noch eine Ausgleichsfläche – geschweige denn eine in adäquater Größe- geschaffen werden wird, fehlt uns der Glaube.“
Überdies befürchtet man beim BBB, dass der Bau einer Kita mit ca. 70 Betreuungsplätzen einen erheblichen Hol- und Bringverkehr in den Ort tragen wird. Insbesondere scheint dem Bürgerbund fraglich, ob die Margaretenstraße den vom Vorhaben ausgelösten Verkehr aufnehmen kann. Darüber, ob der Entscheid überhaupt Bestand haben kann, ist man beim BBB nicht sicher: Beschlossen wurde zur Umsetzung eine Variante B (6b), deren Planung in den zur Sitzung bereitgestellten Unterlagen aber gar nicht erst auftauchte.