Der Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen (EHV) hat heute in einer Pressekonferenz seinen Leerstandsbericht 2026 zur Bonner Innenstadt vorgestellt. Laut dem Report stehen von insgesamt 632 erfassten Erdgeschoss-Gewerbeeinheiten derzeit 69 leer. Die Leerstandsquote beläuft sich damit aktuell auf 10,9 Prozent und liegt im Vergleich zur städtischen Erhebung aus Mitte 2025 um ein halben Prozentpunkt höher. Nach Angaben des EHV dürfte sich der Indikator unter Einbeziehung des Leerstandes in der Kaiserpassage rechnerisch gar auf bis zu 15 Prozent erhöhen. Neben dem Ausbreiten des Internethandels, der zunehmenden Verdrängung des klassischen Handels durch Fastfood-Läden und der erschwerten verkehrlichen Erreichbarkeit führt der EHV u.a. die bekannten Problemlagen im Stadtbild als Gründe für die Entwicklung auf. Der Verband kommt zum Ergebnis, dass den eingetretenen Verhältnissen gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Eigentümern gezielt gegengesteuert werden muss, um die Innenstadt nachhaltig zu stärken.
Statt ihrer üblichen Schönfärberei fordert BBB-Fraktion nunmehr von der städtischen Wirtschaftsförderung eine tragfähige Strategie für die Innenstadt ein, die die hinlänglich bekannten Probleme nicht nur benennt, sondern Lösungen erarbeitet und umsetzt.
Dazu sagt BBB-Stadtverordnete Jutta Acar: “Zuallererst müssen die verkehrliche Erreichbarkeit der Innenstadt sowie ihre Sauberkeit verbessert und die sich ausbreitende Drogenszene eingedämmt werden. Wir fordern daher, den Cityring wieder zu eröffnen, den überall rumliegenden Verpackungsmüll der Schnellgastronomie endlich zu besteuern und rund um den Bahnhof sowie am Kaiserplatz gegen die Belästigungen aus den Reihen der Rauschgift- und Alkoholsüchtigen wirksam vorzugehen. Die Bonner Innenstadt muss sicherer, sauberer und mit dem Auto wieder anfahrbar sein. Dann könnten auch die heute von OB Deus angekündigten Millioneninvestitionen der Deutschen Bahn in die Aufwertung des Bonner Hauptbahnhofes Realität werden. Geschieht all dies nicht, werden die heute schon zum Teil ausbleibenden umsatzstarken Kunden aus dem Umland unserer Stadt verstärkt den Rücken zudrehen und nach Siegburg oder Köln abwandern.“