Oberbürgermeisterin Katja Dörner (B90/Grüne) und die grün-rote Ratsmehrheit haben das Baurecht auf dem Gelände der ehemaligen Jugoslawischen Botschaft an der Schloßallee in Mehlem zugunsten des Bauvorhabens eines Investors per Ratsbeschluss vom 4. September 2025 geändert*. Auf dem rd. 5.500 m² umfassenden Grundstück und einer 80 m² großen, bisher öffentlichen Teilfläche des Vogelbrunnenparks werden nach dem Willen der Politiker demnächst rund 64 Wohneinheiten und 950 m² Einzelhandelsfläche entstehen. 40% der künftig 7.600 m² fassenden Geschosswohnbauflächen werden als Sozialwohnungen hergestellt. Um die Rechte der Eigentümer und Bewohner des Hauses Schloßallee 6 auf Wohnruhe einzuschränken, ist auch dieses Grundstück mit neuem Ortsrecht überzogen werden.
Die rund 30, in der Zeit der Offenlage zwischen April und Mai 2025, eingebrachten Einwendungen aus der Bürgerschaft gegen die viel zu hoch und massiv geplanten Neubauten verwarf die grün-rote Ratsmehrheit auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Dörner mit deren Stimme in Bausch und Bogen.
Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmitt: „Dass alle Bedenken der Bürger von der amtierenden Ratsmehrheit und OB Dörner per Handstreich vom Tisch gewischt wurden, zeigt deren bedenkliche Einstellung zur basisdemokratischen Beteiligung der Bürger an Politik. Einbeziehung und echte Mitbestimmung, wie von Grünen und SPD einst propagiert, findet seitdem diese Parteien an der Macht sind, nicht mehr statt. Statt aus den Betroffenen echte Beteiligte zu machen, verkommt die Bürgerbeteiligung unter Grün-Rot in Bonn immer mehr zur Farce.“
Neben der hohen, sich nicht in das Mehlemer Villenviertel einfügenden Baudichte, der Umweltauswirkungen** und der großen Anzahl an Sozialwohnungen stimmte die BBB-Fraktion auch wegen des zu erwartenden Verkehrs gegen den Satzungsbeschluss für das Bauvorhaben: Das bevorstehende, im Vergleich zu heute weitaus höhere Verkehrsaufkommen, verursacht durch die Wohnungen und Verkaufsstellen des Vorhabens mit rd. 1.200 Kunden am Tag, wird absehbar zu einer deutlichen Zunahme von Lärm und Abgasen und damit zu einer verringerten Lebensqualität für die umliegende Bewohnerschaft führen. Insgesamt sollen nur 65 Kfz-Stellplätze gebaut werden. Das ist für den Supermarkt und die Geschosswohnungen viel zu wenig. Der Parkdruck im Quartier rund um die Schloßallee wird stark ansteigen.
*https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2022976&refresh=false&TOLFDNR=2081689
**Das Grundstück wird westlich bis zu 90% und rheinseits bis zu 70% versiegelt, Regen kann dort kaum mehr versickern. Die in Beton gefasste Baumasse wird die örtliche Hitzebelastung gerade an heißen Sommertagen zusätzlich anschwellen lassen. 40 Bäume, davon 27 unter Schutz der Bonner Baumsatzung, werden abgeholzt.