Ergebnis Wettbewerb zur Zukunft des Stadthaus-Areals
BBB: Siegerplanung nicht der große Wurf!
Der von der Stadt Bonn ausgelobte Planungs- und Städtebauwettbewerb zur Zukunft des Stadthaus-Areals hat jetzt mit der Vergabe des ersten Preises* an SCOPE Architekten GmbH aus Stuttgart sein Ende gefunden. Während Oberbürgermeister Guido Déus bei der Vorstellung der Pläne des Wettbewerbsgewinners voll des Lobes für dessen Planung war und dabei von einer ausgewogenen Gesamtlösung mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer Struktur sprach, sieht man das bei der BBB-Ratsfraktion deutlich differenzierter.
Dazu sagt BBB-Stadtverordneter Marcel Schmitt, planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion: „Weder die an Gerüstbauten erinnernden Lisenen an der Fassade der Bestandsbauten noch die geplanten Verdichtungsbauten in Klotzarchitektur mit Laubengängen im Stile der amerikanischen Motelbauten der 1960er Jahre vermögen uns zu überzeugen. Beim Entwurf scheint mal wieder das Viereck über die Phantasie triumphiert zu haben. Die schon zu ihrer Fertigstellung vor 50 Jahren vom Spiegel** als Verwaltungskloß bezeichnete Stadthaus-Burg wird mit der neuen Planung keineswegs luftiger oder urbaner sondern als städtebauliche Todsünde eher noch verschlimmbessert.“
In dem Zusammenhang erinnert die BBB-Fraktion, die sich Ende 2024 beim Grundsatzbeschluss zwar für eine Sanierung des Stadthaus-Areals aussprach***, dies aber auf den Baubestand ohne teurere Neubauten und eine reine Verwaltungsnutzung begrenzt wissen wollte, an die noch völlig ungeklärte Finanzierung.
Schmitt:“ Ob die Stadt Bonn, die letztes Jahr schon rund 100 Mio. Euro Miese gemacht hat und dieses Jahr diesen Horrorverlust wohl noch toppen wird, angesichts ihrer prekären Haushaltslage in Zukunft überhaupt ausreichend Geld für die von der Ratsmehrheit gewollte und jetzt vom Siegerentwurf abgebildete Luxusplanung zur Verfügung haben wird, ist fraglich.“
**Aha! Dies ist die Hauptstadt. Der dreißigjährige Krieg um Bonner Stadtplanung und die Regierungsbauten, Der Spiegel vom 28.11.1977