26.02.2026 Stadt will Bonner Bühnen in Beuel zentralisieren – BBB sieht Pläne kritisch

Seit beinahe unvordenklicher Zeit wird in Bonn über die Zukunft der städtischen Bühnen nachgedacht. Der Ablauf folgt immer dem gleichen Schema. Erst wird für teuer Geld begutachtet, dann werden verschiedene Szenarien geplant, anschließend wird darüber diskutiert und am Ende ist bislang in schöner Regelmäßigkeit doch nichts entschieden worden.

Jetzt steht ein neuerlicher Vorschlag der Stadtverwaltung in den Startlöchern. Waren im Jahre 2018 durch das Fachbüro Actori noch sechs verschiedene Varianten vorgeschlagen, die von der Instandsetzung der Oper, des Schauspiels und der Halle Beuel bis zu einem Neubau eines Mehrspartenhauses auf der Freifläche vor der Beethovenhalle (bei Aufgabe der heutigen Standorte der Oper und Schauspiel) reichten, sind es jetzt derer fünf. Nach neuerlicher, unter bezahlter Mithilfe zweier Fachbüros erfolgter Auswertung und Ergänzung längst bestehender Studien und Gutachten präferieren Oberbürgermeister Guido Deus (CDU) und sein Verwaltungsvorstand nunmehr einen Neubau für Oper und Schauspiel auf dem Areal der Theaterwerkstätten an der Siegburger Straße in Beuel. Entsprechend soll die Schauspielsparte in Bad Godesberg – entgegen dem Antrag der CDU-Bezirksfraktion in Bad Godesberg vom 1.10.2024, Drucksache 241301-03 – aufgegeben und der Opernbau am Rheinufer abgerissen werden.

Bei der BBB-Fraktion hält man die ganz offenbar von Personen ohne Bezug zu Bonn ausgearbeiteten Pläne für unausgegoren. Sie überzeugen weder durch die randständige Örtlichkeit im Gewerbegebiet Beuels noch durch die angeblichen Vorteile des Konzeptes. Die Argumente für die vorgeschlagene Aufgabe des heutigen Opernbaus mit seiner qualitätsvollen Architektur in bester zentraler Lage am Rhein sind nicht nachvollziehbar und ein Nachweis darüber, dass die in Beuel vorgeschlagenen Neubauten in Holzmodulbauweise nicht als temporäre Provisorien anzusehen sind, sondern mindestens 50 Jahre Wind und Wetter trotzen können, ist nicht erbracht. Vergleichbare Holzmodulhäuser in Zürich oder Lahti wurden innerhalb wetterfester Bauten errichtet.

Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Johannes Schott:„ Das ehemalige in der Beueler Peripherie gelegene Fabrikgelände erscheint uns mit seinem fragwürdigen Ambiente für einen Opernbesuch kaum als angemessen. Hinzu tritt die schlechte Erreichbarkeit des Ortes mit dem ÖPNV, die nur durch teure, aber noch gar nicht eingerechnete Zusatzangebote bei Bussen und Bahnen, halbwegs verbessert werden könnte. Im Vorschlag der Stadt auch nicht eingerechnet sind die Kosten für die Sanierung des denkmalgeschützten Schauspielhauses in Bad Godesberg, dessen dortige Aufgabe als städtisches Theater für uns ohnehin nicht infrage kommt. Ferner ist vollkommen unklar, was aus dem Grundstück der Oper werden soll. Dort eine Parkanlage zu bauen, um die Bonner Innenstadt näher an den Rhein zu holen, trifft nicht auf unsere Zustimmung. Wir brauchen in Bonn neben dem Hofgarten keinen zweiten neuen Drogen-Hotspot, das Areal sollte auch weiterhin als Opernspielstätte erhalten bleiben.“