Der Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen (EHV) hat Anfang Februar 2026 in einer Pressekonferenz seinen aktuellen Leerstandsbericht zur Bonner Innenstadt vorgestellt. Laut dem Report stehen von insgesamt 632 erfassten Erdgeschoss-Gewerbeeinheiten derzeit 69 leer. Die Leerstandsquote beläuft sich damit auf 10,9 Prozent und liegt im Vergleich zur städtischen Erhebung aus Mitte 2025 um ein halben Prozentpunkt höher. Nach Angaben des EHV dürfte sich der Indikator unter Einbeziehung des Leerstandes in der Kaiserpassage rechnerisch gar auf bis zu 15 Prozent erhöhen.
Neben dem Ausbreiten des Internethandels, der zunehmenden Verdrängung des klassischen Handels durch Fastfood-Läden und der erschwerten verkehrlichen Erreichbarkeit führt der EHV u.a. die bekannten Problemlagen im Stadtbild als Gründe für die Entwicklung auf. Das Resümee des Verbandes vom 4. Februar 2026, nach dem den eingetretenen Verhältnissen gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Eigentümern gezielt entgegengesteuert werden muss, ist bisher bei der Stadt offenbar unbeachtet geblieben. Entsprechend fordert der Einzelhandelsverband nunmehr die zeitnahe Einberufung einer verbindlichen Wirtschaftsrunde auf Ebene der Stadtspitze ein. Ziel des Gesprächs soll es sein, Maßnahmen für ein aktives Gegensteuern zu vereinbaren.
Beim BBB trifft das Ansinnen des EHV zur nachhaltigen Stärkung der Innenstadt auf volle Zustimmung.
Dazu sagt BBB-Stadtverordnete Jutta Acar: “Statt ihrer üblichen Schönfärberei fordern wir von der städtischen Wirtschaftsförderung eine tragfähige Strategie für die Innenstadt ein, die die hinlänglich bekannten Probleme nicht nur benennt, sondern Lösungen erarbeitet und umsetzt. Zuallererst müssen die verkehrliche Erreichbarkeit der Innenstadt sowie ihre Sauberkeit verbessert und die sich ausbreitende Drogenszene eingedämmt werden. Wir verlangen daher, den Cityring wieder zu eröffnen, den überall rumliegenden Verpackungsmüll der Schnellgastronomie endlich zu besteuern und rund um den Bahnhof sowie am Kaiserplatz gegen die Belästigungen aus den Reihen der Rauschgift- und Alkoholsüchtigen wirksam vorzugehen. Die Bonner Innenstadt muss sicherer, sauberer und mit dem Auto wieder anfahrbar sein. Neben den aufgezählten nötigen Maßnahmen müssen auch Frequenzbringer wie die Oper weiterhin in attraktiver innerstädtischer Rheinlage verbleiben. Geschieht all dies nicht, werden die heute schon zum Teil ausbleibenden umsatzstarken Kunden aus dem Umland unserer Stadt verstärkt den Rücken kehren und nach Siegburg oder Köln abwandern.“