12.03.2026 Flugzeugwerft-Affäre – BBB fordert Konsequenzen ein

Im Zusammenhang mit dem Streit über die Wahrung eines Ankaufsrechtes für ein Werftgrundstück auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar und dem von den Stadtwerken Bonn (SWB) in der Sache in Gang gesetzten Compliance-Verfahren hat der Vorsitzende der BBB-Ratsfraktion gegenüber den Medien folgendes Statement abgegeben:

„Das schiere Ausmaß des inzwischen bekannt gewordenen Fehlverhaltens hat uns doch überrascht. Der unangemessene Versuch der Einflussnahme auf die Entscheidungsträger der SWB durch einen engen Vertrauten von Oberbürgermeister Guido Déus ist für uns gleich in mehrfacher Hinsicht nicht nachvollziehbar. Spätestens nachdem Oberbürgermeister Déus eigenen Angaben zufolge am 28. November 2025 erstmals mit der Grundstücksangelegenheit in Hangelar befasst war, hätte er erkennen müssen, dass er seinen Mitarbeiter – zu dessen und auch zu seinem eigenen Schutz – aus diesem Vorgang hätte herausnehmen müssen.

Zudem wäre Oberbürgermeister Déus gut beraten gewesen, selbst größtmögliche Distanz zu dem Vorgang zu wahren. Der von ihm und anderen Vertretern der CDU wiederholt erhobene Vorwurf, die Nutzung des Ankaufsrechts sei unsinnig, hat sich nicht nur als haltlos erwiesen, sondern letztlich als schlicht falsch herausgestellt. Die gegenüber der Führung der SWB – sowohl vor als auch nach der aus unserer Sicht richtigen Entscheidung, ein Verfahren zum möglichen Ankauf des Grundstücks einzuleiten – geäußerten unverhohlenen Drohungen waren mehr als nur schlechter Stil. Sie haben das Vertrauensverhältnis zwischen Stadtspitze und Konzernführung nachhaltig beschädigt.

Das durch das Verhalten eines für die Ebene der SWB-Führung gar nicht zuständigen Vertrauten des Oberbürgermeisters provozierte Ausscheiden von Olaf Hermes würden wir sehr bedauern. Angesichts der erheblichen finanziellen Herausforderungen, vor denen die SWB stehen, käme ein solcher Schritt zudem zur denkbar ungünstigsten Zeit. Es wäre zu befürchten, dass die Konzernspitze der SWB über Monate hinweg vakant bliebe. Denn welche Persönlichkeit mit entsprechender Reputation ließe sich unter diesen Umständen als Nachfolger für Herrn Hermes gewinnen? Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber dürften angesichts der bekannten Bonner Verhältnisse kaum bereit sein, sich auf diese Aufgabe einzulassen.

Wir fordern Herrn Oberbürgermeister Déus daher auf, nun endlich die Reißleine zu ziehen, aus dem entstandenen Scherbenhaufen die bereits im Februar angekündigten Konsequenzen zu ziehen und seiner eigenen Verantwortung gerecht zu werden.“