05.06.2026 Schließung der Nordbrücke – BBB fordert Sofortmaßnahmen und Verkehrskonzept für Dauersperrung

Nachdem die Autobahn GmbH am Mittwoch die Nordbrücke für jeglichen Verkehr gesperrt hat, ist in großen Teilen Bonns der Verkehr zum Erliegen gekommen. Ob es bei der zunächst für die beiden kommenden Wochen angesetzten Sperrung bleibt, die Brücke erst nach einer etwaigen Ertüchtigung wieder für den Fuß-, Rad- und Pkw-Verkehr geöffnet oder das Bauwerk dauerhaft geschlossen wird, hängt von den anstehenden Tragfestigkeitsprüfungen durch die Autobahn GmbH ab.

Neben der Ergreifung von Sofortmaßnahmen, um die in den nächsten 14 Tagen zu erwartenden chaotischen Verhältnisse auf den Straßen in Bonn abmildern zu helfen, fordert die BBB-Ratsfraktion in einem Dringlichkeitsantrag (Text siehe unten) für die Ratssitzung am 11. Juni 2026 die Entwicklung eines Konzeptes ein, das den veränderten Rahmenbedingungen einer möglichen längerfristigen Schließung oder gar Dauersperrung der Brücke Rechnung trägt. Dabei erwartet die BBB-Fraktion, dass die in den letzten Jahren von der Bonner Politik durchgeführten Maßnahmen zur Verdrängung des Autoverkehrs (siehe Grafik RR 1-2025, Seite 3, BBB-Ratsreport-1-2025.pdf), welche u.a. zum Nachteil der Erreichbarkeit der Innenstadt geführt haben, auf den Prüfstand kommen.

Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Johannes Schott: „Die Sperrung der Brücke ist für den Bonner Verkehr katastrophal. Es gilt jetzt unverzüglich Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen, um den drohenden Verkehrskollaps abzuwenden und die unvermeidlichen Folgen des Brückenausfalls mindern zu helfen. Wir erwarten vom Oberbürgermeister, dass er schnellstens Interimsmaßnahmen verfügt und spätestens zur kommenden Ratssitzung geeignete Vorschläge zur dauerhaften Reaktion unterbreitet, falls es zum GAU einer anhaltenden Brückenschließung kommt.“

In dem Konzept, das auf eine jederzeit mögliche Dauersperrung vorbereiten soll, will man seitens der Wählergemeinschaft neben der Wiederherstellung der alten Leistungsfähigkeit des Bonner Straßennetzes, der etwaigen Verbesserung des Fährverkehres über den Rhein auch notwendige Anpassungen im ÖPNV sowie Maßnahmen in den der Südbrücke anliegenden Stadtbezirken bedacht wissen.

Marcel Schmitt, BBB-Ratsherr und Bezirksverordneter sagt dazu: „Neben der Rücknahme der manipulativen Eingriffe in unser Straßennetz von grün-roter Seite werden im Falle einer Dauersperrung Anpassungen im ÖPNV dringend notwendig werden. Taktverdichtungen und Änderungen der Linienwege werden unvermeidlich sein. Beispielsweise wird man die über das Nadelöhr Kennedybrücke querenden Durchmesserlinien 603, 608 und 609 vom Hardtberg kommend am Hauptbahnhof und vom Beueler Osten kommend am Konrad-Adenauer-Platz kappen müssen. Niemandem in Gilgen, Pützchen, Röttgen oder am Brüser Berg wird man zumuten können, auf Busse zu warten, die wegen des Staus auf der Kennedybrücke Rekordverspätungen aufbauen. Ferner muss die Situation in Beuel und in Bad Godesberg in den Fokus genommen werden. Der größte Anteil des Ausweichverkehrs wird sich auf der Südbrücke kulminieren und sich vor und nach Auf- und Abfahrt von und zur Autobahn seine Wege durch die dafür nicht ausgelegten Straßen der beiden Stadtbezirke suchen.“

 

BBB-Antrag für die Ratssitzung am 11. Juni 2026:

1. Der Oberbürgermeister legt dem Rat in dessen Sitzung am 11. Juni 2026 einen Plan zur Umsetzung von Sofortmaßnahmen zur Beschlussfassung vor, mit denen auf die Sperrung der Nordbrücke reagiert werden soll.

2. Der Oberbürgermeister entwickelt schnellstmöglich ein Konzept, das den durch eine dauerhafte Schließung der Nordbrücke veränderten Rahmenbedingungen u.a. durch
– Wiederherstellung der Mehrspurigkeit von Straßen (z.B. Adenauerallee, Hermann-Wandersleb-Ring etc.) und gekappten Verkehrsbeziehungen (z.B. Rheinuferstraße, Cityring etc.),
– Anpassungen im ÖPNV-Angebot (Leistungsveränderungen, Zusatzangebote, Kappung von Durchmesserlinien wie z.B. Linien 603, 608,609,610 u. 611 am Hauptbahnhof und Konrad-Adenauer-Platz etc.),
– Stärkung oder Schaffung von Fährverbindungen über den Rhein
sowie weitere geeignet erscheinende Maßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit den zu erwartenden Mehrverkehren auf der Südbrücke und deren Auswirkungen auf die Stadtbezirke Bad Godesberg und Beuel, Rechnung trägt und legt dies dem Rat in seiner Sitzung am 9.Juli 2026 zur Beschlussfassung vor.

3. Unabhängig von Ziffern 1 und 2 wird der Oberbürgermeister beauftragt,
3.1 unverzüglich die technischen, verkehrsrechtlichen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen für eine temporäre Führung von jeweils zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung auf der Kennedybrücke zu prüfen;
3.2. hierbei insbesondere die Möglichkeit zu untersuchen, die zwischen Fahrbahn und Stadtbahngleiskörper vorhandenen Schrammborde bzw. sonstigen Trennelemente zu entfernen, zu verschmälern oder durch alternative Sicherungseinrichtungen zu ersetzen;
3.3 soweit die Voraussetzungen vorliegen, die Maßnahme als temporäre Entlastung für die Dauer der Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Brücke unmittelbar umzusetzen;
3.4. den Rat über die Ergebnisse der Prüfung und die eingeleiteten Maßnahmen zu unterrichten.

Grafik: https://www.bbb-im-rat.de/wp-content/uploads/2025/08/BBB-Ratsreport-1-2025.pdf