24.07.2026 Ausfall von 60 Stadtbahnen – BBB fordert Aufklärung und engere Führung der SWBV

Seit dem 21. Juli 2026 überschlagen sich die Meldungen zu den spontan aus dem Verkehr gezogenen Stadtbahnen der Stadtwerke Bonn. Während die verantwortliche Geschäftsführerin der Stadtwerke, Anja Wenmakers, zunächst von routinemäßigen Prüfungen redete, die sich nicht auf einen wiederkehrenden Mangel beschränken ließen und die Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerkeverkehrsgesellschaft (SWBV), Karolin Rübo (CDU), diese verharmlosende Darstellung unkritisch übernahm, steht mittlerweile fest, dass der Ausfall von 80% aller Bonner Stadtbahnwagen auf gravierende Mängel, insbesondere an Radsätzen und Getriebeteilen, zurückgeht. Ebenso klar ist, dass der Notbetrieb im Bonner Stadtbahnnetz mit einfacher Traktion noch mindestens bis Mitte August anhalten wird.

Vor dem Hintergrund ist es für die BBB-Fraktion nicht verständlich, warum die Vorsitzenden der Aufsichtsräte des SWB-Konzerns und der SWBV, David Lutz (CDU) und Karolin Rübo, die Kontrollgremien erst für nächste Woche Freitag zu einer Krisensitzung eingeladen haben.

Dazu sagt BBB-Stadtverordnete Jutta Acar: „Angesichts der widersprüchlichen und in Teilen mittlerweile widerlegten Aussagen der SWB-Führung in TV-Beiträgen oder in Zeitungsberichten kommt die nun erfolgte Einladung an die beiden Aufsichtsgremien reichlich spät. Mit Behäbigkeit und einer unkritischen Haltung gegenüber der Geschäftsführung lässt sich ein Konzern wie die SWB nicht kontrollieren. Dass das SWB-Verkehrsmanagement näher geführt werden muss, haben die Schlechtleistungen im ÖPNV der letzten Jahre mit horrenden Verspätungs- und Ausfallquoten doch deutlich gezeigt. Zuletzt fiel Anfang Juli die Stadtbahnverbindung zwischen Bonn und Bad Godesberg wegen Bauarbeiten in einer Zeit aus, in der die linksrheinische DB-Strecke ebenfalls gesperrt war. Statt sich mit der Deutschen Bahn AG abzusprechen und nötige Schienenarbeiten am Bonner Stadtbahnnetz in die Ferien zu verlegen, nahm die SWB billigend in Kauf, dass tausende Fahrgäste mit dem Schienenersatzverkehr, wie Sardinen in der Öldose gepfercht, stundenlang im Stau stehen mussten.“

Die BBB-Ratsfraktion wird die Vorkommnisse der letzten Tage zum Anlass nehmen, den Vorgang und insbesondere die chaotische Kommunikation der SWB per Anfrage im Verkehrsausschuss am 15. September 2026 näher zu beleuchten. Unter anderem will die Fraktion der unabhängigen Wählergemeinschaft wissen, wer wann und warum entschieden hat, in die Bahnen nicht konforme Bauteile einzubauen und warum zunächst so getan wurde, als sei alles nur reine Routine und die Stilllegung der Bahnen eine freiwillige Vorsichtsmaßnahme, obschon die Technische Aufsichtsbehörde den Einsatz längst untersagt hatte. Ferner ist für den BBB von Interesse, welche Kosten in Zusammenhang mit der Ertüchtigung der Technik und der Leihe der Kölner Bahnen entstehen und wie hoch der von der Stadt für die Minderleistung beim ÖPNV in Rechnung gebrachte Ausgleich aussehen wird.