Letzten Freitag hat der Verwaltungsvorstand in einer Klausur beschlossen, zur Haushaltskonsolidierung die Schließung der Schauspielsparte des Theaters zu prüfen. Unmittelbar davon betroffen wäre der Stadtbezirk Bad Godesberg mit der hier ansässigen Spielstätte, dem ersten Theaterbau der Bundesrepublik, eröffnet im März 1952 (nach nur acht Monaten Bauzeit) mit einer Aufführung von Mozarts Zauberflöte.
Wegen der erheblichen Folgen, die das von Oberbürgermeister Guido Deus (CDU) und Kämmerer Michael Fark (B90/Grüne) verfolgte Aus fürs Schauspiel insbesondere für die Bad Godesberger Innenstadt hätte, beantragte die BBB-Fraktion am vergangenen Montag eine Sondersitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg (BVGO) mit dem Ziel, dass das Stadtteilparlament sich eindeutig gegen die Pläne des Bonner Verwaltungsvorstandes positioniert. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag* unterbreitete die Fraktion des Bürgerbundes gleich mit. Die Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz (CDU) hat mittlerweile sowohl die zeitnahe Einberufung der BVGO mit verkürzter Ladefrist als auch eine vom BBB alternativ vorgeschlagene Dringlichkeitsentscheidung, unterzeichnet von ihr und einem weiteren Bezirksverordneten, abgelehnt. Yildiz hält eine Beschlussfassung der Bad Godesberger Bezirksvertretung zu den Schließungsabsichten für nicht dringlich.
Dazu sagt BBB-Bezirksfraktionsvorsitzender Marcel Schmitt. „Wir bedauern, dass die Bezirksbürgermeisterin ein klares Bekenntnis der gewählten Vertreter Bad Godesbergs zur rechten Zeit verhindert. Ob ihr Verhalten mit Blick auf ihren CDU-Parteifreund Deus politisch motiviert ist oder sie schlichtweg den Ernst der Lage falsch einschätzt, vermögen wir nicht zu sagen. Fest steht indes, dem Schreckensszenario nicht unverzüglich entgegenzutreten und nicht eine deutliche Haltlinie Richtung Bonner Stadthaus auszusprechen, ist für Bad Godesberg von Nachteil. Würde das Theater geschlossen, würde die Bad Godesberger Innenstadt abends vollends veröden und man könnte gleich dort die Bürgersteige hochklappen.“
*Antrag
Vorschlag für eine fraktionsübergreifende Beschlussfassung
Die Bezirksvertretung Bad Godesberg
- lehnt die vom Verwaltungsvorstand der Bundesstadt Bonn in seiner Haushaltsklausur am 2. Oktober 2026 initiierte Prüfung zur Aufgabe des Schauspiels in Bad Godesberg ab.
- fordert den Stadtrat auf, stattdessen den Oberbürgermeister zu beauftragen, den Erhalt des Schauspielhauses als zentrale Spielstätte des Theaters in Bad Godesberg dauerhaft sicherzustellen.
Begründung
Es wird auf den auf Drucksachen 260127-06 und 260127-08 AA basierenden Beschluss der Bezirksvertretung Bad Godesberg vom 22. April 2026 hingewiesen.