29.10.2026 Ein Jahr Oberbürgermeister Déus – BBB: Führung und klarer Kurs fehlen

Am 1. November 2026 wird Guido Déus (CDU) seit einem Jahr Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn sein. Nachdem die ersten drei Monate seiner Amtszeit durch die Grundstücksaffäre Hangelar geprägt waren, bei der sein Krisenmanagement, gelinde gesagt, dürftig war und er überdies den völlig unnötigen Abgang des Geschäftsführers der SWB mitverursachte, legte er im März und im Juni mit inakzeptablen Plänen für die Zukunft der Bonner Bühnen und der hiesigen Bäderlandschaft nach. Auch bei der dringend notwendigen Konsolidierung des Haushaltes ging nichts voran, im Gegenteil: Bonn sieht sich mit einem Haushaltsloch von 200 Mio. EUR konfrontiert.

Die BBB-Fraktion verkennt nicht, dass Guido Déus die Stadt nach fünf Jahren grün-roter Misswirtschaft mit schwierigen Rahmenbedingungen übernommen hat und sich im Rat nicht auf eine handlungsfähige Koalitionsmehrheit stützen kann. Seine bisherige Leistungsbilanz sieht die Ratsfraktion dennoch bestenfalls als mittelprächtig an. Die unerledigten Probleme sind dieselben geblieben wie vor Jahresfrist unter Katja Dörner oder haben sich zum Teil noch verstärkt, wie das Beispiel der ungeklärten Finanzierung der Stadthaussanierung zeigt.

Dazu sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Johannes Schott: „Von der Dynamik und dem Gestaltungsanspruch des Oberbürgermeisterwahlkampfs im Sommer 2025 ist bislang wenig im Alltag der Stadt angekommen. Vieles des 12-Punkte-Sofortprogramms, mit dem Déus vor Jahresfrist einen schnellen Neustart versprochen hatte, ist erst gar nicht zur Umsetzung gekommen. OB Déus hinterlässt zu oft den Eindruck eines ‚Verwalters‘ und nicht den eines ‚Gestalters‘. Seine Jahresbilanz ist, freundlich formuliert, als durchwachsen mit viel Luft nach oben anzusehen. Wir erwarten von ihm Führung zu übernehmen und dies bedeutet auch, endlich die Ratskooperation in die Verantwortung für unsere Stadt zu nehmen. Mit der größtenteils auf die SPD zurückzuführenden Verweigerungshaltung der Troika werden wir weder unsere Infrastruktur retten noch den Haushalt wieder ins Lot bringen. Déus Entscheidung, die glücklose Sport- und Kulturdezernentin um des lieben Friedens willen zur Wiederwahl vorzuschlagen, lässt uns für die Zukunft indes kaum auf Besserung hoffen.“